Mehrtagesausflug der Chorgemeinschaft Bechtheim/Wallrabenstein 03.-06.08.2019

„Auf zur Fränkischen Krone“ war das Motto des ersten Tages unseres viertägigen Ausflugs, den diesmal unsere erste Vorsitzende Manuela Eggert organisiert hatte, um uns die Schönheiten ihrer Heimat zu zeigen. Schon früh war der Bus mit den vergnügten Teilnehmern gestartet, und so kam ein Picknick als zweites Frühstück gerade recht. Schnell waren Brötchen belegt, Kaffee ausgeschenkt und Obst bereitgestellt. Zur Mittagszeit erreichten wir Coburg mit seinen Toren und Türmen, den wunderschönen Renaissance-Gebäuden mit ihren prächtigen Erkern und den vielfältigen Erinnerungen an Martin Luther. Unser origineller Stadtführer nahm uns vor der Hofapotheke, einem der ältesten Gebäude der Stadt, in Empfang und wies uns sogleich drauf hin, dass in dieser Apotheke der dort nach uraltem Rezept hergestellte Hoflikör verkostet werden könne. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Er wusste jedoch nicht nur über geistliche Getränke, sondern auch über einen ganz besonderen geistlichen Herrn, nämlich Martin Luther, zu berichten, der, belegt mit der Reichsacht, am Karfreitag 1530 hier in Coburg ankam. Er wohnte zunächst im Stadthaus, später lebte er für sechs Monate auf der Veste. Im Rahmen der Stadtführung besuchten wir unter anderem die evangelische Stadtkirche St. Moriz, wo Luther seinerzeit gepredigt hatte. Nach der Stadtführung ging es mit dem Bus weiter zur „Fränkischen Krone“, wie die Veste Coburg ihrer Schönheit und ihrer beherrschenden Stellung wegen genannt wird. Die von der Stadtführung Erschöpften konnten hier bei einer Tasse Kaffee die wunderbare Aussicht genießen, den anderen bot sich die Möglichkeit, die historischen Räume, wie zum Beispiel das Lutherzimmer, aber auch die berühmten Kunstsammlungen zu besuchen. Zum letzten Mal für diesem Tag bestiegen wir den Bus, der uns in unser Quartier nach Niederfüllbach brachte, wo es nach dem Einchecken ein Glas Sekt zur Begrüßung gab. Der zweite Tag stand unter dem Motto „Zauberkristall und Teddybär“. Unser erstes Ziel war Neuhaus, der einzige Ort, wo der Rennsteig „Rennweg“ heißt. Hier, in der am höchsten gelegenen Rennsteigstadt inmitten des Thüringer Waldes, befindet sich die Greiner Glas Manufaktur. Zunächst lauschten wir einer musikalischen Einführung in die Geschichte des Glasbläserhandwerks, dargeboten von dem Neuhausener Sänger „Hans im Glück“, bürgerlich Hans Peter Müller. Er stammt aus einer alten Glasbläserfamilie und huldigt musikalisch dem alten Handwerk. In der Glasbläserwerkstatt konnten wir dann die Entstehung eines gläsernen Öllämpchens mitverfolgen. Als Höhepunkt bestand im Anschluss an die Vorführung die Möglichkeit, eine eigene Kugel zu blasen. Viele von uns folgten dem Aufruf, aber nur wenigen war es letztlich vergönnt, ihr Kunstwerk in Empfang zu nehmen, da es sich als außerordentlich schwer erwies, die richtige Menge Luft ins Glas zu blasen. Die der Werkstatt angeschlossene Glasboutique verführte mit ihrem Angebot an Glaskunst dazu, ein Andenken zu erwerben und ein thüringer Mittagsimbiss im Glasbläsercafé rundete den Besuch der Glas Manufaktur ab. Weiter ging die Fahrt in die Spielzeugstadt Sonneberg. Hier befindet sich das älteste deutsche Spielzeugmuseum. Ein kurzer Einführungsfilm zur Geschichte der Spielzeugherstellung bildet den Auftakt, bevor man eintaucht in die Kulturgeschichte des Spielzeugs. Das bekannteste Ausstellungsstück des Museums ist die Schaugruppe „Thüringer Kirmes“. Angefertigt für die Weltausstellung 1910 in Brüssel stellen die 67 lebensecht dargestellten Figuren ein typisches Kirchweihfest des 19. Jahrhunderts dar. Die Sonne genießen und bei Kaffee und Kuchen entspannen oder ein weiteres Erlebnis – wir hatten die Wahl. Die meisten von uns entschieden sich dafür, einen seit 1900 bestehenden Traditionsbetrieb der Plüschtierherstellung zu besuchen. Hier haben wir mit großem Spaß unter freundlicher und kundiger Anleitung der Eigentümer unser eigenes Plüschtier gestopft. Wir saßen an zwei langen Tischen und befüllten eifrig Hase, Katze, Maulwurf und Co. Zum Schluss gab es für jedes Tier eine Geburtsurkunde. „Von der Itz bis zur Regnitz“ lautete der Titel des dritten Reisetages. Der Main hatte uns auf unserer Fahrt über Frankfurt, Würzburg und Schweinfurt begleitet. In Coburg waren wir von der Itz, einem seiner Nebenflüsse, empfangen worden. Jetzt ging die Fahrt nach Bamberg, gelegen an der Mündung der Regnitz in den Main. Da bot es sich natürlich an, eine Stadtführung auf dem Wasserweg zu unternehmen. Im Anschluss an die Schifffahrt gab es viel zu erkunden, unter anderem die schöne Bamberger Altstadt mit ihrem reich geschmückten Rathaus und den Dom mit dem berühmten Bamberger Reiter. Abgesehen von einem kleinen Regenschauer blieb uns das sonnige Wetter treu. Bei Bad Staffelstein steht die bekannte Basilika Vierzehnheiligen. Nach den Plänen Balthasar Neumanns erbaut, stellt sie ein prachtvolles Beispiel für die Epoche des Rokoko dar. Der Rektor der Basilika, Pater Heribert Arens, gestattete uns, hier zu singen. Das Irische Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ - wir haben es noch nie so ergriffen intoniert und es wird noch lange in uns nachklingen. Nach dem Abendessen fand unser „Bunter Abend“ statt. Vielfältige Beiträge der Teilnehmer, Geselligkeit und Gelächter gab es am letzten gemeinsamen Abend unserer Reise. „Die Räuber sind los“ war die Losung für den Tag unserer Rückfahrt. Bad Kissingen, unser erster Halt, empfing uns mit Regen. Hier befinden sich der älteste Kurgarten und das größte Ensemble historischer Kurbauten Europas und hier treffen wir auch wieder auf Balthasar Neumann, der gemeinsam mit Friedrich von Gärtner das heutige Kurviertel prägt. Unsere Fahrt führte durch den geheimnisvollen Spessart nach Weibersbrunn, wo uns ein reichhaltiges Kuchenbuffet erwartete. Aber wo blieben die Räuber? Das erfuhren wir im Laufe der Weiterfahrt, als wir im tiefen Wald von einer Bande „angegriffen“ und in ihre Hütte gebracht wurden. Die Weibersbronner Räuberbande stellte sich schnell als liebenswerte Zeitgenossen heraus. Sie boten ein tolles Programm mit Liedern zum Mitsingen und einer richtigen Räuberhochzeit. Mit dieser gelungenen Überraschung endete unser Ausflug nach Franken und Thüringen und es bleibt nur, sich bei Manuela für die großartige Planung, die vielen Höhepunkte und die tolle Betreuung zu bedanken. An diese ganz besondere Fahrt werden wir uns noch lange erinnern.

Veröffentlicht von Klaus Heinze am 21. August 2019

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